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Klaus-Dieter Regenbrecht


Übersicht: Buch des Monats

(Die Titel-Links führen zu Amazon.de)

Buch des Monats Juni 2003:
"Die Beach Boys und Brian Wilson" von Kingsley Abbott (Herausgeber)

Rezensentin/Rezensent: Marc Jansen aus Zülpich, NRW Deutschland schreibt bei Amazon.de

Durch eine Video-Doku ("I Just Wasn't Made...") bin ich erst kurz vor Kauf dieses Buches zum Brian Wilson Fan geworden. Dieses Buch jedoch hat mich zum absoluten Fanatiker gemacht....
Ich habe es verschlungen wie kein Buch zuvor. Kingsley Abbott hat hier - wie Brian in seiner Musik - ein echtes Meisterwerk geschaffen. Absolut perfekte Recherche, mit Liebe zum Detail - ohne jedoch in Unwichtigkeiten abzudriften, schreibt hier ein Fan für Fans. Über Brian Wilsons (gestörtes) Genie könnte man wohl 10 Bücher schreiben. Abbott schaft es auf 358 Seiten die Geschichte der Beach Boys, und dem Mann der eigentlich die Beach Boys war, so niederzuschreiben, dass man die Lektüre gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Das Familienleben der Boys wird ebenso durchleuchtet, wie die Entstehungsgeschichten von fast allen (zumindest von allen wirklich wichtigen) Beach Boys Alben -bis hin zu den Anfängen der Brian Wilson Solo-Karriere Mitte der 80er... Kingsley Abbott beschreibt die Anfänge, den Karrierestart, den Höhenflug, und den Absturz der Beach Boys, wobei das Hauptaugenmerk immer auf Brian liegt.
Einen großen Teil des Buches wird dem nie erschienenen Album "Smile", sowie dem "besten Popalbum aller Zeiten", nämlich "Pet Sounds" gewidmet.
Sollte man nicht alle Alben des Genies Brian Wilson besitzen, legt man sich diese am besten schnellstens zu, denn erst dann macht das Buch wirklich Sinn.
Ich jedenfalls habe mir beim Lesen des Buches alle regulär erschienen Alben der Beach Boys gekauft. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich sofort wieder auf der ersten Seite angefangen.


Buch des Monats Mai 2003:
Friedhelm Reydt, Nicole Jansen-Reydt: Die Zeitenzauberer und der Speer der Macht.
Ein Fantasy-Abenteuer, 168 Seiten

"Ein hochspannendes Fantasy-Abenteuer irgendwo zwischen 'Harry Potter' und 'Der kleine Hobbit'. Kurzum: Empfehlenswert für Jung und Alt."
Andreas Kossmann, Krupp Verlag Sinzig

Unter dem mächtigen Bergmassiv des Drachenfels' schlummert auf kaltem Steinthron eine dunkle Bedrohung. Allein dem Schnuffelmädchen Alea Funkenflug und dem Schnuffelmonster Freddie Fettmoppel kann es gelingen, eine schreckliche Katastrophe zu verhindern. Der Wettlauf durch die zeit beginnt, denn der geheimnisvolle Schlüssel hierzu liegt im finsteren Mittelalter verborgen.


Buch des Monats April 2003:
Stupid White Men. Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush
von Michael Moore

Aus der Amazon.de-Redaktion
Beinahe wie in der McCarthy-Ära laufen in den USA unbequeme Zeitgenossen neuerdings Gefahr, wegen unamerikanischer Umtriebe der Ächtung anheim zu fallen. "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns" -- diese Losung gilt nicht nur Ausländern zur Warnung. Doch der solidarische Burgfrieden täuscht. Kaum erklärlich sonst, warum ausgerechnet Stupid White Men ... and Other Sorry Excuses for the State of the Nation!, diese gnadenlose und geradezu subversive Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush, ganz oben auf sämtlichen US-Bestsellerlisten steht.

Die Lektüre dieser hoch intelligenten und gallebitteren Satire aus der Feder des Regisseurs und Fernsehmoderators Michael Moore macht klar, wie sehr "Nine Eleven" -- da war das Manuskript schon fertig -- inzwischen den Blick auf die Verhältnisse in den USA verstellt hat. So ist etwa die fragwürdige Machtergreifung des bei den Präsidentenwahlen stimmenzahlmäßig unterlegenen Kandidaten der Republikaner kaum mehr Thema. Sehr wohl bei Michael Moore, der Bush Junior mit betont unfairen Schlägen unter die Gürtellinie als trotteligen Unsympathen und Ignoranten vorführt, der sich bereitwillig zum Hanswurst einer reanimierten Altfalken-Riege aus Ronald Reagans und Daddy Bushs Zeiten macht.

Wer sind diese feinen, patriotischen Säulen der Bush-Junta? Mit dieser Frage leitet der Autor sein Who's who der US-Regierung ein und fährt fort: "Sie repräsentieren die bescheidenen und selbstlosen Funktionäre der amerikanischen Wirtschaft. Ich habe sie aufgeführt, damit die Truppen der UNO und NATO sie leichter zusammentreiben können, wenn sie endlich kommen, um Ordnung und Demokratie wieder herzustellen."

Moore nimmt nicht nur die politischen Missstände im Land mit ätzendem Sarkasmus aufs Korn, sondern auch Rassismus, Wirtschaftskollaps, Umweltkrise, Arbeitslosigkeit, das marode Gesundheitssystem, den bedrohten Weltfrieden und so fort. Dabei zieht er derart lustvoll über dümmlich-naive Landsleute her und den American Way of Life durch den Kakao, dass es -- wenn auch nicht für jeden -- eine wahre Freude ist. Antiamerikanismus made in USA, ein ungewöhnlicher Brüller! --Roland Detsch


Buch des Monats März 2003:
"Das sterbende Tier" von Philip Roth

Aus der Amazon.de-Redaktion:
Um an sexuelle Beute zu kommen, hat der Icherzähler in Philip Roths schmalem Roman "Das sterbende Tier" gleich mehrere Tricks. Sein effektivster ist sicher der, seine Studentinnen nach ihrem Examen zu sich nach Hause zu einer Party einzuladen, und am Ende bleibt immer eine da. Dann führt er sie durch die Regale seiner Bücher: ein Pfad, der direkt ins Schlafzimmer leitet. Auch die schöne Exil-Kubanerin Consuela Castillo, die so ganz anders als die anderen Studentinnen ist, geht diesen Weg allen Fleisches bis ins Bett.

Zwei Sätze braucht der Erzählmagier Roth, dann ist er mitten drin in seinem Lieblingsthema, das von den Abhängigkeiten und Verführungen rund um den Campus handelt, und erzählt uns von der außergewöhnlichen Liebe des Professors zu seiner ehemaligen Studentin. Zur Erzählzeit des Romans ist dies alles sechseinhalb Jahre her; aber plötzlich, am Silvesterabend des Jahres 2000, erhält der Professor von Consuela einen Anruf, der ihn mit dem Sterben einer geliebten Person und mit dem Sterben der Liebe und der Freundschaft generell konfrontiert. Eros und Thanatos liegen in Roths großem kleinen Buch wieder einmal eng beieinander.

Es steht zu befürchten, dass Roths Roman von Teilen der Kritik als lüstern-senile Altherrenfantasie verrissen wird -- zu oft ist von großen Brüsten und (perversen?) Praktiken zwischen einem alternden Mann und seiner jungen Freundin die Rede, und die Art und Weise, wie Roth detailliert und voller Erzählfreude diese Passagen zelebriert, wird manchem als anstößig aufstoßen. "Und dennoch war es von Pornographie so weit entfernt, wie es nur sein konnte", heißt es an einer Stelle des Romans, und dieser Satz könnte als Motto auch über dem Bändchen stehen. Mit "Das sterbende Tier" nämlich ist Roth eine weitere faszinierende, sehr melancholische und überzeugende Bestandsaufnahme über die Liebe, aber auch über das Altern gelungen. Nicht so großartig wie "Der menschliche Makel" vielleicht, aber besser und schöner und diskreter wohl als die meisten Romane, die zu diesem Thema seit "Lolita" geschrieben wurden. -- Stefan Kellerer

Der Link zur englischen Originalausgabe.


Buch des Monats Februar 2003:
Klaus Theweleit: Der Knall

Perlentaucher.de schreibt eine Buchnotiz zu: Die Tageszeitung, 08.10.2002
Etwas zwiespältig findet Stefan Reinecke diesen "Rezensionsessay" von Klaus Theweleit. Der Autor untersucht darin, was andere Intellektuelle zum 11. September geschrieben haben - und kritisiert die Kritiker, berichtet Reinecke. Für den Rezensenten erweist sich Theweleit dabei als der "(Meta-)Kritiker schlechthin". Am Ende stellt sich für ihn die Frage, "was er in einem erneuten Diskursrundgang dann über 'Der Knall' geschrieben hätte". Zwar weist der Autor laut Reinecke den Verdacht, als Oberkritiker aufzutreten, zu gewichten und kategorisieren, weit von sich. Doch genau das tut er, hält ihm Reinecke vor, "mal scharfsinnig, mal schlecht gelaunt". Ärgerlich wird das für Reinecke immer dann, wenn Theweleit mit Verachtung auf das "Diskursgetümmel" des Kulturbetriebs herabblickt. Trotzdem lohnt sich nach Ansicht des Rezensenten die Lektüre. Gegen die postmoderne Rhetorik etwa eines Baudrillard, eines Zizek und eines Boris Groys plädiere Theweleit für ein Zurück zur Politik. Entstanden ist ein "merkwürdiges Buch", resümiert Reinecke: Über weite Strecken "klug und scharfsichtig" geschrieben, könne es "mit seinem besserwisserischen Ton auch ganz schön nerven".

© Perlentaucher Medien GmbH


Buch des Monats Januar 2003:

"Kafka - Die Jahre der Entscheidungen" von Reiner Stach
Die Jahre der Entscheidung, das sind diejenigen von 1910 bis 1915. In ihnen erlebt Kafka einen ersten schöpferischen Durchbruch, als er in einer Nacht in einem Rutsch seine erste große Erzählung "Das Urteil" verfasst. Zwei der drei großen Romanfragmente stammen aus dieser Zeit, außerdem begann die "Hölle der Selbsterforschung" in Tagebüchern und Briefen. Prägend außerdem: das "schreckliche Doppelleben" zwischen Büro und Schreibtisch, die jahrelange, aber letztlich aufgelöste Verlobung mit Felice Bauer, sowie der Schrecken des ersten Weltkrieges. Und aus allen Fakten und Dokumenten heraus leuchtet die Aura der Fremdheit, des Andersseins, die diesen großen Gescheiterten umgibt.

Reiner Stach wagt viel mit seinem Projekt -- und siegt auf ganzer Linie. Weder verliert er sich, wie viele andere, in den Tiefen der Textanalyse. Noch erliegt er der Versuchung, die weißen Flecken von Kafkas Leben mit schriftstellerischem Eifer auszumalen. Trift dieser etwa nach langen Monaten intensiver Korrespondenz zum ersten Mal seine Verlobte Felice Bauer im Grunewald, hat der Biograf Mut zur Feststellung, dass wir darüber einfach so gut wie nichts wissen. Auch von der Detailversessenheit vieler Biografen, die trockene, schwer lesbare Abhandlungen zur Folge hat, ist bei Stach nichts zu spüren. Sein Schreibstil und seine geschickte Hand beim Zusammensetzen der vielen Mosaiksteinchen machen die 600 Seiten Text zu einem überraschend spannenden und angenehmen Leseerlebnis.
Christian Stahl

Anm. KDR: Und Stach zeigt auch den anderen Kafka, wie ich ihn in meinem Kommentar "Der Gesang, das Quartett und der Schwafler" andeutungsweise darstelle.


Buch des Monats Dezember 2002:
Klaus-Dieter Regenbrecht, CONTINUITY - Hitchcocks, Pocahontas
, 152 S.

Der Krimi ist im Film- und Fernsehmilieu angesiedelt, Handlungsorte sind das Bavaria Filmgelände, der Starnberger See und die Alpen. Hauptakteure sind Eva Kupper, Anfang 30 und das Continuity-Girl, und Karl Schmidt, Anfang 50, Vater von vier Töchtern und Drehbuchautor.

Eine ‚Faschingsnummer’ auf dem Filmgelände ist es, die Eva aus ihrer so erfolgreichen Lebensspur wirft. Sie hat sich mit einem als Frau verkleideten Manne eingelassen, dessen Identität sie nicht kennt. Erst nach Monaten machen sich bei ihr die Folgen bemerkbar, sie bricht zusammen und ahnt nur dunkel, wo die Ursachen dafür liegen könnten. Sie bittet Karl Schmidt, auf dem Filmgelände Nachforschungen über die Identität des maskierten Mannes anzustellen. Kaum hat er damit angefangen, wird eine junge Frau, die an der gleichen Produktion wie Eva und Karl arbeitet, ermordet. Niemand vermutet einen Zusammenhang, aber Karl Schmidt befallen böse Vorahnungen. Zu Recht, wie sich dann herausstellen soll.

Die Story ist eine hochbrisante Mischung aus Erotik und Spannung, Sex, Soap und Verbrechen, Shakespeare und Tatort, Hitchcock und Pocahontas, die indianische Häuptlingstochter, die Captain Smith, den weißen Mann, aus Liebe vor dem sicheren Tode rettete.

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Buch des Monats Oktober/November 2002
Ein schnelles Leben.
von Zoe Jenny

Es ist das erstemal, dass Ayse auf eine Party gehen darf, und hier trifft sie Christian, zu dem sie sich gleich hingezogen fühlt. Die nächsten Tage kann Ayse nichts anderes tun, als von Christian zu träumen. Doch dann erfährt sie, dass er zu den Rechten gehört, zu jener Gruppe, mit der ihr Bruder Zafir sich prügelt. Als die beiden sich das nächste Mal wiedersehen geschehen Dinge, die beide nicht wollen...
Eine moderne Romeo-und-Julia-Geschichte, erzählt in der klaren, unverwechselbaren Sprache einer jungen Autorin, die schon heute als wichtige Stimme der Gegenwartsliteratur gilt.

"In der Geschichte von Ayse und Christian, dem denkbar ungleichsten Liebespaar, das man in deutschen Großstädten finden kann, beschreibt Jenny das Drama einer ersten Liebe. Eine Liebe, die tödlich endet. Ayse lebt wohl behütet in einer türkischen Großbürgerfamilie in Berlin. Christian, in den sie sich auf einer Party verliebt, kommt aus eher zerrütteten Familienverhältnissen und steckt tief im Sumpf einer rechtsradikalen Clique. Damit beide zueinander finden können, müssen sie viele Hindernisse überwinden, müssen sie mit Konventionen brechen und ihre Familien zurücklassen. Beide brechen gemeinsam in den Süden auf und sterben im Tessin; sie werden von einer Schlammlawine begraben." - Carlo Bernasconi


Buch des Monats September 2002
Sibylle Knauss: Evas Cousine
  
Neue Zürcher Zeitung:
Das Nickerchen des Tyrannen

Als Gertraud Weisker Anfang zwanzig war, hegte sie Fluchtgedanken. Im Sommer 1944 kehrte sie Jena, dem heimatlichen Provinznest im Saaletal, den Rücken. Mit Gretchenfrisur und Heisenbergs Quantentheorie im Koffer brach die Physikstudentin zu den damals angesagten Zielen der Sehnsucht auf: München, Berchtesgaden, Bad Reichenhall – magische Orte einer vermeintlich besseren Wirklichkeit. Bis dorthin würden die regimekritischen Mahnungen des Vaters, eines flammenden Antifaschisten, nicht nachhallen. Dort lockte das Tor zum Süden, der letzte Paradieszipfel. Denn jenseits von Bombenhagel und Trümmerfeldern hatten Watzmannpracht und Alpenglühen, grüne Bergseen und die Sommersitze der braunen Haute Volée überdauert.

So genoss Gertraud Weisker ein flüchtiges Glück im Reichswinkel, zumal sie ein paar Monate lang an der Seite ihrer Lieblingscousine Eva Braun verbringen konnte. Während nämlich Adolf Hitler vom ostpreussischen Hauptquartier aus das Massensterben überwachte, forderte seine Mätresse zum Zeitvertreib die Gesellschaft der jungen Verwandten an. Da wanderten, schwammen, tranken und kicherten die Cousinen – vom Kriegstreiben unbehelligt und fürsorglich belagert von des Führers Küchenpersonal. «Wir waren einfach zwei junge Frauen, die, beschützt und bewacht von SS-Leuten, sich ihr Leben so schön wie möglich gemacht haben», sagt die 77-jährige Frau Weisker 56 Jahre später – immer noch ein wenig unbedarft, doch frei genug, offen über ihren Aufenthalt auf Hitlers Bergfestung zu sprechen.

Kurzbeschreibung
Lange Gespräche, die sie mit Eva Brauns Cousine Marlene führte, inspirierten Sibylle Knauss zu diesem Roman. Marlene hatte sich während der letzten neun Monate von Hitlers Herrschaft zusammen mit Eva Braun am Obersalzberg aufgehalten. Mehr als fünfzig Jahre schwieg sie über ihre Erlebnisse dort, die sie erst jetzt Sibylle Knauss anvertraute. Die äußert sich folgendermaßen über das Buch: "Die Geschichte ist so wahr wie die ihr zugrunde liegenden Tatsachen und so frei erfunden, wie es Romane sind.

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