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Der
kleine Körper lag rücklings auf dem Edelstahltisch. Für einen Moment
herrschte eine beklemmende Stille im Raum. Der Pathologe griff zu einem
der üblichen Protokolle, die er für die ärztliche Leichenschau benötigte
und schaltete sein Diktiergerät ein.
Todesfälle
im Kindesalter gingen ihm immer schon besonders nah, so schickte er sich
an, die Angelegenheit zügig hinter sich zu bringen.
„Junge,
5 Jahre alt, Körpergröße 97 cm, Hautfarbe weiß, Haarfarbe blond. Äußere
Verletzungen – keine. Hautbild – blass, bläulich. Leichenflecken nach
Eindrücken – weißlich bleibend. Der Körper zeigt Anzeichen von langem
Liegen im Wasser. Ebenso finden sich Sand und Muschelreste in den
Haaren.“
Der
Pathologe legte sein Diktiergerät zur Seite, stützte sich mit beiden Händen
auf dem Tisch ab und blickte zu seiner Assistentin auf.
„Warum
geschieht einem kleinen Jungen so etwas?“
Seine
Assistentin fand keine eigenen Worte, doch sie sah, wie sehr ihn der Fall
mitnahm und wie schwer es war Beruf und Emotion zu trennen.
„Die
Kollegen von der Wache haben herausgefunden, dass der Junge mit seinen
Eltern beim Picknick am See war.“
„Und
warum hat niemand auf den Kleinen aufgepasst?“
„Laut
Aussage der Eltern wollte der Junge zum Frösche fangen ans Ufer gehen.
Als er nach einer halben Stunde nicht wieder zurück war, gingen die
Eltern ihn suchen. Sie fanden ihn am Ufer im Wasser treiben. Trotz
Reanimationsversuchen konnte der Notarzt jedoch nur noch den Tod
feststellen.“
Der
Pathologe schüttelte seufzend den Kopf.
„Großer
Gott. Es muss schlimm sein für Eltern ihr Kind zu verlieren. Lassen Sie
uns das hier abschließen. Man wartet auf unsere Ergebnisse.“
©
Sara Hoff 2005
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