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NO MAN IS AN ISLAND
(Niemand ist eine Insel)
John Donne (1572 - 1631)

von Klaus-Dieter Regenbrecht

John Donne verbrachte sein gesamtes Leben (1572 - 1631) im vorrevolutionären England, sieht man von einigen Reisen ab, so nach Cadiz (Spanien 1596), wo er bei der Übernahme und Plünderung durch die Engländer dabei war. Weitere Reisen brachten ihn auf die Azoren (1597), nach Paris und wahrscheinlich Venedig (1605). 1611 bereiste er erneut Frankreich und kam 1619 nach Heidelberg, wo er fast ein Jahr Kaplan bei Lord Doncaster war.

1649 ließ Oliver Cromwell König Charles I. hinrichten und England war Republik. John Donne erlebte außer Charles I. (1625 - 1649) auch Elizabeth I. (1558 - 1603) und James I. (1603 - 1625). Päpste gab es in der Zeit insgesamt elf, fünf davon alleine in der Zeit von 1590 - 92. Zwar hatte sich die Anglikanische Kirche von Rom und dem Katholizismus losgesagt, war aber dennoch in Bezug auf Ritus und Struktur (Episkopat) näher an der katholischen Kirche als an den Puritanern und Calvinisten. Anschauliches Beispiel ist St. Paul’s Cathedral, die imposanter als St. Peter in Rom sein sollte. In St. Paul’s Cathedral steht auch heute noch John Donnes Marmorstatue.


Wie süßer Schweiß von Rosen destilliert,
wie in der Katze Poren schwüler Moschus jubiliert,
Wie der allmächt’ge Balsam in der Morgenlust,
So schimmert Schweiß auf der Geliebten Brust.
Und auf ihres Nackens Haut ein solcher Glanz sinkt,
Es ist nicht Schweiß, was scheint, nein, eine Perlenkette blinkt.
Üppiger Schweißschaum der Geliebten Braue schändet,
Wie ergossnes Sperma reifer Menstruation brodelnd siedet,
Oder wie Abschaum, durch gesetzloses Gericht
Gezwungen, zogen Sanserras verhungerte Männer mich
Aus halbgaren Schuhn und Stiefeln und allem anderen,
Mit dem wir bei der Monarchin Fülligkeit gesegnet waren
Und wie ekelhaft liegende Steine in Dosen Saffran
Oder Warzen oder Wohlergehn hängen sie ihrer Haut an.

Aus: The Comparison (Übers. KDR)

John Donne, St. Paul's, London
 

Es war eine Zeit allergrößter Unruhe und heftiger Veränderungen. In ganz Europa gab es kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Königshäusern und wechselnde Konstellationen bei den Allianzen. Von 1618 - 1648 wütete der Dreißigjährige Krieg. Das Mittelalter war zwar in mancher Hinsicht - mit der Erfindung der Buchdruckkunst und der Entdeckung Amerikas - vorbei, aber weltanschaulich, politisch und soziologisch kann man das Mittelalter erst später im 17. und 18. Jahrhundert als wirklich vergangen betrachten. Die Universitäten von Oxford, wo Donne studierte, und Cambridge begründeten ihren bis heute legendären Ruf in Wissenschaft und Forschung. Johannes Kepler veröffentlichte 1609 seine ‘Astronomia nuova’, Grundlage unseres heutigen Weltbildes, während gleichzeitig seine Mutter als Hexe angeklagt wurde. Das Licht der Aufklärung schien noch nicht mit voller Kraft durch die Finsternisse des Mittelalters.

Neben den religiösen und wissenschaftlichen Umwälzungen gab es auch große Veränderungen in politischer, ökonomischer und soziologischer Hinsicht. Landwirtschaft, Handel und Industrie entstanden bzw. veränderten sich teilweise dramatisch. Teile des Landadels und der Landbevölkerung verarmten, während andere Adelsfamilien am Hof, in der Armee und im Gerichtswesen zu neuem Reichtum und Ansehen kamen, das städtische Bürgertum begann zu erstarken, die mittellose Landbevölkerung und Tagelöhner strömten nach London, das kurz nach Donnes Tod bereits eine halbe Million Einwohner zählte.

Donne schrieb in seiner Jugend mystische, oft sehr frivole Liebesgedichte, später religiöse Lyrik und zählt zu den bedeutendsten Literaten seiner Zeit. Hauptvertreter der sogenannten Metyphysical Poets. Autoren von Hemingway über Simmel bis Van Morrison haben sich von seinen Gedichten inspirieren lassen.

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Weitere Autorenporträts: Thomas Pynchon, Don DeLillo, Gertrude Stein.

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