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Alle Rechte vorbehalten © All rights reserved by Klaus-Dieter Regenbrecht 1998 - 20
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"... das Buch enthält flott geschriebene Storys aus den siebziger und achtziger Jahren, die an Henry Miller, Bukowski oder Rolf Dieter Brinkmann erinnern." (Kultur Info Koblenz 5/6 1989)

Tabu Litu Buch 4: stories
(Erzählungen aus den Jahren 1975 - 1989) ISBN: 3-925805-04-4, 176 Seiten;

"Regenbrecht ist wie ein superrealistischer Filmer, der mit der Kamera hautnah über das Objekt streicht: bei ihm gibt es keine Distanz, Körperlichkeit ist oft vorherrschend. Gott sei Dank bleibt da kein Platz für Gesäusel." (ZAP Hannover 1989)

"... wie mit einem literarischen Brecheisen wütet der Jungautor unter fremden Schädeldecken. Da ist Talent und ein Stück Arbeitstwut als Unterbau ebenso zu beachten wie die Beschäftigung mit Philosophie als geistigem Überbau." (Rhein-Zeitung 18./19.12.1989)

Leseproben

Aus "Bericht der unabhängigen Untersuchungskommission über das Infernalische Weltfeuer verursacht durch die CCCP."

Am 13. Mai 1999 trat weltweit, plötzlich und unerwartet die (fälschlich so bezeichnete) CCCP-Seuche auf. Von einer Sekunde zur anderen verwandelten sich besonnene, erfahrene und veranwortungsbewußte Autofahrer in die abartigsten Ungeheuer. Die infizierten Autofahrer begannen eine alle Vorstellungsgrenzen sprengende Jagd auf ihre Mitmenschen, Fußgänger wie Autofahrer. Für jeden Infizierten dauerte die Krankheit maximal 24 Stunden; mit letalem Ausgang.

Alles, was sich bewegte oder in schier ungläubigem Schrecken starr verharrte, wurde niedergemacht. Die Autofahrer fuhren aufeinander los, rasten gegen Häuserwände, brausten mit Vollgas in Schaufenster und auf Kinderspielplätze. Sie wüteten, bis sie selbst tödlich verunglückten, von einem anderen Rasenden erwischt wurden oder spätestens nach 24 Stunden tödliches Opfer der Seuche wurden.

Ein LKW-Fahrer, so wird berichtet, soll bei seiner besinnungslosen Raserei in einer der Metropolen allein tausend Opfer zur Strecke gebracht haben. Selbst die Polizei blieb nicht verschont; sie wütete wahnsinnig mit ihren Streifenwagen. Die Notarztwagen, die ausrückten, um zu helfen und zu retten, wurden ebenso Beute des Erregers. Sie alle tobten im krankhaften Anfall mit den Rettungswagen wie die Soldaten mit ihren Panzern, Transportern, Geländewagen und Raketenwerfern.

Das gleiche, grausame Inferno, die gleiche, ungeheure Katastrophe stürmte und schnaufte in maßlosem Zorn und epidemischen Orkanen zu Wasser und in der Luft. Städte brannten, weil auch die Feuerwehren nicht verschont blieben; sobald sie zu Einsätzen ausrückten, wurden sie von dem perversen Krankheitserreger befallen. Vollkommen außer sich, verzehrten sie sich im ekstatischen Todesdrama.

Eingeschaltete Notstromaggregate in Hospitälern und Büroblocks infizierten das Personal und viele Unbeteiligte, die vom Wahn befallen ihrerseits in den Städten Amok liefen und den Autofahrern in nichts nachstanden. Die Arbeiter und Ingenieure an den Maschinen der Erdölförderanlagen drehten durch und setzten alles in Brand. Feuer brannten in den Mineralöllagern und in der kunststoffverarbeitenden Industrie. Der Asphalt loderte und nicht ein Passant entkam der frenetischen Mordorgie.

Lediglich vereinzelte Stämme der sogenannten primitiven Kulturen überlebten, sofern nicht Missionare oder Ethnologen mit Jeeps zu ihnen vorgestoßen waren. Nach etwa zwölf Stunden stand die Welt in Flammen, und was noch lebte, war vom Wahnsinnspathogen befallen, falls man bereit ist, die unvorstellbare Raserei als Leben zu bezeichnen.

Die Benennung CCCP-Seuche (Car-Crazyness-Calamity-Pathogene, also etwa Auto-Wahn-Katastrophen-Erreger) ist falsch, weil im Grunde jeder Zivilisierte, nicht nur Autofahrer, durch das Pathogen zum Barbaren und Kannibalen wurde. Letztendlich überlebten nur wenige Millionen das IWF, das Infernalische Weltfeuer, die ausschließlich in den weniger besiedelten und kultivierten Gebieten der Erde lebten, genau gesagt, die in Regionen lebten, in denen es keine fossilen Brennstoffe, keine diese Stoffe verarbeitenden Anlagen, keine Verbrennungsmotoren und keine aus Rohöl gewonnenen Produkte. Der Erreger wurde beispielsweise auch dort freigesetzt, wo Arzneimittel oder Kinderspielzeug brannte. Der tödliche Stoff hat seine fatale Virulenz entwickelt, sobald Rohöl verbrannte oder andere Stoffe, deren Ausgangsmaterial Rohöl war.

aus "Schwarzer":

Hunde kann ich nicht mehr leiden, Frauen sind mir gleichgültig, meine Arbeit interessiert mich nicht und die Polizei verachte ich. Mir ist nichts geblieben.

Natürlich tue ich immer noch meine Arbeit und ich esse, schlafe, trinke, sehe viel fern. Aber ich kann nicht mehr denken, mich nur noch erinnern, ohne jedoch das, was in der Erinnerung aufsteht, zu verstehen. Ich bin nicht verzweifelt, Verzweiflung und Bitterkeit liegen längst hinter mir. Es findet sich kein Wort dafür, denn jedes Wort, das ich finden könnte, hat eine Bedeutung, einen Sinn, aber das unbeschreiblich Bedeutungslose ist so umfassend und dicht; vielleicht ist es das, was man mit der Umschreibung Tod zu bezeichnen versucht. Aber lassen Sie mich von vorne anfangen.

car aus "Bekenntnisse eines Geisterfahrers":

Wenn ich mich heute dazu entschließe, meine Verfehlungen am Straßenverkehr zu bekennen, die man gemeinhin mit dem Begriff des Geister- oder Falschfahrens belegt, spreche ich als Bekehrter. Ich bin kein Geisterfahrer mehr, ich war Geisterfahrer. Ich war im Verkehr vom Geist durchtränkt, war selbst ein Geist, unfaßbar und unbegreiflich für die anderen Verkehrsteilnehmer und doch mehr als nur ein Geist, denn ich war und bin körperlich, so vollkommen irdisch.

Allerdings will ich gestehen, daß es mir schwerfällt, meine Vergehen vorbehaltlos zu verdammen. Denn nur durch meine Schwachheit und die Kraft der Sünde bin ich ein geläuterter Mensch geworden, der seine Verirrungen einsehen und den Mut fassen kann, zu bekennen.

female bodyaus "Der unglaubliche Aufstieg der Limone Pece-Peiniger zur Zitrone Weze-Reinigerin":

(Der etwas andere Heimatgroschenroman)
High- und zerrmatt wollen wir frönen fedelio d'armore mit meinem Marterhorn (mirror is human).

Dinstack im Schwuli. Släuten am Blablablabend: Nock, nock, Bambino at the dorr. Limone Pece-Peiniger recht freundlich im Entree:

"Hallihallo, der kleine Moteck aus der Nachtbrashütte. Schon wieder Zorres, du Juniormacker?"

"I wo was, wo denxt hin!"

Er, ungerade elf, mithin gerade zehn, knallt ihr Palast/Tick/Titte vor (Läi)dis Schlappen:

"Voila, kannst des fir mi sterfecken? Ne gekleute Affodil. Meine Alte hat börsday on sirsday."

Limone nimmt die Titte und lurt noy:

"Scharf, dat isne echte Affodil, ein nicht domestiziertes Frauendessous", dessouziert sie, "Fundort?"

"Ai, ai, Donna, im Zwergwald hinnerm Babyssos fand ich des Druiden Dropout."

"Echt affengeil", lallt Limone lüstern, "da wird deine alte Tussi voll drauf abfahren."

knight

aus "TOP-SECRET: Phil O'Cognish rettet die Welt":

Phil O'Cognish war Humangenetiker. Nicht nur das. Er war Philosoph, Chemiker und Physiker, Geoökologe und Computerfachmann. Ein brillanter Microbiologe und gleichzeitig einer der erfahrensten Weltraumexperten, der alle umliegenden Planeten bereits zu Forschungszwecken besucht hatte. Seine Ausbildung hatte er an den besten Universitäten der Erde erhalten. Fast drei Jahrzehnte hatte der Student in Peking, Paris, Oxford und Harvard gelebt.

Schließlich war er hier in Berkeley, California, gelandet und seßhaft geworden. Phil O'Cognish war der Wissenschaftler der Zukunft und ein Wissenschaftler von mittelalterlicher Universalität.

Natürlich wußte nicht alle Welt um seine Brillanz und Genialität. Nur die wirklich Wichtigen und Kompetenten und Potentaten der "res mundi" kannten seine Kapazität. Phil O'Cognish war ein äußerst erfolgreicher und wohlhabender Mensch. Besaß ein herrschaftliches Haus in einem herrlichen Park. Eine Motorjacht und ein Ocean-Liner ankerten am Cognishen Ufer, und das Personal kümmerte sich ebenso gewissenhaft um seine Luftflotte auf dem Anger hinter den Tennisplätzen und dem weitläufigen Golfplatz.

Er war glücklich und bescheiden, sah seine Kinder heranwachsen und hatte ein wenig Angst vor den Feierlichkeiten, die seinen fünfzigsten Geburtstag begleiten würden.(...)indian

Phil O'Cognish war an seinem fünfzigsten Geburtstag Alkoholiker, geschieden, gehaßt und verachtet. Die Party war eine einzige Peinlichkeit, die mit einem ungeheuerlichen Skandal endete. Dem Rausschmiß O'Cognishs aus Gesell- und Wissenschaft. Verbannung, Exil.

Er hatte in volltrunkenem Zustand alle fünfzig Kerzen mit einem Strahl ausgepisst, genau in die Null der Fünfzig der gigantischen Geburtstagtorte geschissen. Versucht, den High-Society-Ladies ins Dekolletee zu onanieren. Was ihm nur bei einer gelang.

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