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Kommentar 23

Buchpremiere auf der Frankfurter Buchmesse 2018:

Ein Mythos wird vermessen – Topographie der Rheinlande im Licht der Romantik

Im nächsten Jahr jährt sich Alexander von Humboldts Geburtstag zum 250. Mal und in den letzten Jahren sind eine Menge neuer Biografien über ihn erschienen. In diesem Jahr mindestens schon zwei und nicht nur auf Deutsch und nicht nur von Männern. Ich habe hier Andrea Wulf, „The Invention of Nature“ von 2015, das ist in diesem Jahr auf Deutsch erscheinen.

Ich glaube, dass damit nicht nur eine Neubewertung des Forschers und Menschen Alexander von Humboldt verbunden ist sondern insgesamt seiner Zeit, und das ist eben auch die Zeit der Romantik. Ich möchte mit einem Zitat anfangen:

„Die Natur ist für die denkende Betrachtung Einheit in der Vielheit, Verbindung des Mannigfaltigen in Form und Mischung, Inbegriff der Naturdinge und Naturkräfte, als ein lebendiges Ganzes. Das wichtigste Resultat des sinnigen physischen Forschens ist daher dieses: in der Mannigfaltigkeit die Einheit zu erkennen; von dem Individuellen alles zu umfassen, was die Entdeckungen der letzteren Zeitalter uns darbieten;“ (Kosmos, Alexander von Humboldt)

Ich zitiere aus Friedrich Schlegels Progressiver Universalpoesie. „Ihre Bestimmung ist nicht bloß, alle getrennten Gattungen der Poesie wieder zu vereinigen und die Poesie mit der Philosophie und Rhetorik in Berührung zu setzen. Sie will und soll auch Poesie und Prosa, Genialität und Kritik, Kunstpoesie und Naturpoesie bald mischen, bald verschmelzen, die Poesie lebendig und gesellig und das Leben poetisch machen.“

bookfair 2018

Hier haben wir ein Merkmal der Romantik, nämlich das Streben nach Ganzheitlichkeit, und dieses Streben ist einer der Punkte, die die Romantik so modern machen.

Humboldt Alex war Naturforscher, Mitbegründer der Geographie als empirischer Wissenschaft, und wenn man seine vielen Bücher liest, sieht man gleich, dass er kein dröger Wissenschaftler war, sondern ein Autor und Poet, der seine Empfindungen sehr bildhaft darstellt. Er hat wie Friedrich Schlegel einen Bruder: Wilhelm von Humboldt: preußischer Gelehrter, Schriftsteller und Staatsmann, Diplomat (Wiener Kongress), Bildungsreformer (3-gliedriges Schulsystem wie wir es heute kennen).

F. Schlegel war Kulturphilosoph, Schriftsteller, Literatur- und Kunstkritiker, Historiker und Altphilologe. Und sein Bruder August Wilhelm Schlegel Literaturhistoriker und -kritiker, Übersetzer, Alt-Philologe und Indologe.

Es gibt ein weiteres Brüderpaar in dieser Zeit, die Brüder Grimm, deutsche Sprach- und Literaturwissenschaftler sowie Märchen- und Sagensammler. Als erste: Deutsches Wörterbuch, Deutsche Grammatik, ohne sie wäre die deutsche Sprache nicht das, was sie heute ist. Ohne sie wäre Deutschland heute nicht das, was es ist.

Diese drei Brüderpaare sind nicht alle lupenreine Romantiker im engeren Sinne, aber sie machen deutlich, wie breit die Romantik insgesamt aufgestellt war. Poetisch und philosophisch, naturwissenschaftlich und bereit, neue Wege zu gehen.

Die literarische Romantik ist ein wichtiger Themenblock meines Essays, der andere ist die Landvermessung, und hier haben wir es wieder mit zwei Vermesserpaaren zu tun, Mason und Dixon, aber vor allem mit Tranchot und von Müffling. Wenn Sie sich fragen, was haben Tranchot, Landvermesser in Napoleons Heer, und von Müffling, General und Landvermesser in der preußischen Armee, mit der Romantik zu tun, dann sind Sie genau an dem Ausgangspunkt meines Essays.

Vor über 20 Jahren war ich mit dem Mountain-Bike im Westerwald auf der Montabaurer Höhe unterwegs, wo eine Schautafel steht, die an diesem trigonometrischen Punkt auf das Kartenwerk verweist: Die Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und von Müffling 1803-1820.

Auch wer kein Historiker ist, weiß vielleicht, dass die beiden nicht einfach nur Vermessungsarbeiten durchgeführt haben, um schöne und teilweise wirklich sehr schöne Karten, Einzelblätter in Handarbeit herzustellen, sondern dass hier im Rheinland Heere unterwegs waren, und zwar mehrfach hin und her.

Wenn man sich die politische Karte der Rheinlande anschaut, bevor Napoleon das Departement Rhin et Moselle errichtete mit all den Konsequenzen für die Bevölkerung, gab es entlang des Rheins zwischen den Erzbistümern Mainz und Köln nicht nur das Trierer Erzbistum, sondern die Landgrafschaften Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel, die Kurpfalz, das Fürstentum Hessen, das Fürstentum Nassau, die Grafschaft Sayn, die Grafschaft Wied, das Herzogtum Jülich und das Herzogtum Berg.

Als die Franzosen weg waren, Tranchot hatte die linksrheinischen Gebiete vermessen, kamen die Preußen, schufen den Regierungsbezirk Koblenz und die Rheinprovinz, und erweiterten die Vermessungsarbeiten auf die rechte Seite, die schäl Sick. Die Rheinprovinz hatte von 1815 (Wiener Kongress) bis nach dem 2. Weltkrieg Bestand.

Durch die Karten war mein Interesse geweckt, ich fing an zu recherchieren und fragte mich ab einem gewissen Punkt, wie ausgerechnet in dieser Zeit der permanenten politischen Umwälzungen eine Bewegung wie die Romantik entstehen konnte. Dass alle diese Ereignisse, Kriege, Kongresse und Friedensschlüsse mit neuen Grenzziehungen, die Forschungsreisen, die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Romantik zusammengehören, versuche ich in meinem Essay aufzuzeigen und ich versuche auch aufzuzeigen, wie sehr all dies in unsere Zeit hineinwirkt.

Der Essay hat fünf Kapitel: TEIL 1: KARTOGRAPHISCHE KORREKTUREN:
Die politischen Wirren, Koalitionen, Kriege und Frieden in Europa
von der Französischen (1789) zur Deutschen Revolution (1848)
TEIL 2: DIE ROMANTIK
TEIL 3: DER MYTHOS VATER RHEIN
TEIL 4: TRANCHOT und BARON VON MÜFFLING
TEIL 5: LANDVERMESSER IN DER LITERARISCHEN LANDSCHAFT

Zu all diesen Teilen ein paar Bemerkungen. Teil 1: Politische Wirren, Koalitionen, Kriege und Frieden hört sich nach einer sehr langen Liste historischer Daten an. Diese Daten liefere ich auch. Aber ich habe mir eine Figur herausgegriffen, um zu verdeutlichen, was all diese Daten für ein Leben bedeuten. Diese Figur ist Frau Oberst Engel, und es gibt glücklicherweise eine Autobiografie von ihr, Memoiren einer Amazone aus Napoleonischer Zeit.

Sie ist wie ihr Mann aus der Schweiz, der eben in Napoleons Armee kämpft. Die Frau begleitet ihn nicht nur auf all den Schlachtfeldern, sondern kämpft sogar selbst mit. Sie bekommt 21 Kinder in dieser Zeit, von denen natürlich nur wenige überleben. Sie ist in der Schlacht von Waterloo dabei, kämpft mit ihrem Mann und zweien ihrer Söhne auf Napoleons Seite. Ihr Mann und die beiden Söhne fallen, der jüngere gerade 10 Jahre alt. Sie selbst wird verletzt und erst im Lazarett wird festgestellt, dass sie eine Frau ist.

Sie ist da gerade Mitte 50, Witwe und völlig mittellos, hat aber noch fast 40 Jahre Leben vor sich, das sie mit Reisen auf der Suche nach ihren überlebenden Kindern u.a. in die USA verbringt. Ihre Biographie ist ungewöhnlich und einzigartig, in dieser Einzigartigkeit aber dennoch bezeichnend für die Epoche, die Romantik.

Teil 2 ist das Kapitel über die literarische Romantik, hier werden also alle mir wichtig erscheinenden Romantiker mit ihren Biografien und Werken vorgestellt, von Brentano über Eichendorff und Heine, zu ETA Hoffmann, Tieck und Wackenroder, um nur ein paar zu nennen. Auch die eingangs erwähnten Brüderpaare liste ich hier auf. Dieser Teil hat vier Kapitel: Postmodern seit 200 Jahren, die praktischen Romantiker, Romantische Exkurse und die unromantischen Romantiker. Ein paar Bemerkungen zu den praktischen und unpraktischen Romantikern.

Mit den praktischen Romantikern meine ich die Romantiker der Epoche, mit den unpraktischen die Romantiker der heutigen Zeit. Praktisch, weil fast alle Romantiker neben ihrer Autorenschaft mindestens einen weiteren Beruf hatten, den sie nicht nur als Brotberuf ansahen, sondern in dem sie anerkannt und häufig sehr erfolgreich waren; ich nenne nur zwei Felder: die Juristerei und den Bergbau.

Bei den unpraktischen befasse ich mich mit Arno Schmidt und Paul Auster. Arno Schmidt war bekennender und bekannter Romantikliebhaber, das kann man überall nachlesen. In Paul Auster dagegen vermutet man nicht so leicht einen Romantiker, weil seine Romane überwiegend im heutigen New York spielen. Ich versuche, an seinem Roman „Oracle Night“, die Nacht des Orakels, seine Romantik-Affinität aufzuzeigen.

Teil drei ist der Rheinromantik gewidmet und hat vier Kapitel und drei Exkurse. Die Hauptkapitel befassen sich mit der englischen, der romantischen und der deutschen Romantik. Zur englischen die bekannten Namen: Lord Byron, Coleridge, Mary Shelley oder auch William Turner.

Bei der romantischen Rheinromantik eben all die Romantiker, die das Rheinland besucht und besungen haben, von Brentano und Goethe zu Schlegel, zu Heine und zu Humboldt.

Mit der deutschen RR meine ich das Tschingderassabum: Es braust ein Ruf wie Donnerhall, Wie Schwertgeklirr und Wogenprall: Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein. Wer will des Stromes Hüter sein? Lieb Vaterland magst ruhig sein, Fest steht und treu die Wacht am Rhein!

Wenn der Romantik manchmal vorgeworfen wird, dem Nationalsozialismus den Weg bereitet zu haben, dann trifft das meiner Meinung nach nur auf diesen Aspekt der Romantik zu, die National-Rheinromantik.

Die eigentliche Vermessung der Rheinlande ist Gegenstand von Teil 4. Hierbei habe ich besonders auf eine Dokumentation zurückgegriffen: Die Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und v. Müffling 1801-1828, Geschichte des Kartenwerkes und vermessungstechnische Arbeiten plus Anhang, Köln-Bonn 1973 von Rudolf Schmidt. Schreibmaschinensatz, Format DINA4 und teilweise lose Blätter aber ungeheuer wertvoll und kenntnisreich geschrieben.

Es geht um die technischen und historischen Gegebenheiten während der Vermessungen und des Erstellens der Karten, die in Handarbeit gezeichnet und koloriert wurden, kleine Kunstwerke.

Insgesamt handelt es sich um 264 Kartenblätter, Blatt 1 ist Nijmegen Nord (Niederlande), Blatt 264 Auersmacher (Bittersdorf), heute im Saarland. Es geht hier ja zunächst bei Napoleon um das Departement Rhin et Moselle, beim Preußen von Müffling um die Rheinprovinz, die Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen umfasst, sowie Teile Belgiens und der Niederlande. Schmidt listet u.a. sämtliche Soldaten auf, die vermessen haben.

Und die knappen aber informativen Biografien zeigen, dass der Lebenslauf der Frau Oberst Engel eben nicht untypisch ist für die Zeit. Dass man an mehreren Universitäten verschiedene Fächer studierte, nach Frankreich und Italien, Nordamerika oder Russland reiste und sich dort häufig längere Zeit aufhielt, war für die Romantiker gewissermaßen normal.

Die Romantik und die Romantiker zeichnen sich durch eine unglaubliche Mobilität aus, geistig wie körperlich, und das nicht nur bei Forschungsreisenden wie Humboldt oder Militärs auf ihren Feld- und Rückzügen.

Und man muss sich immer vor Augen halten, welche Reisemittel zur Verfügung standen und wie es um die Verkehrswege, die Infrastruktur stand. Dampfschiffe kamen gerade erst auf, also waren Kutschen das Standardfortbewegungsmittel und Segelschiffe.

Teil 5 befasst sich mit Landvermessern in der literarischen Landschaft. Obwohl die Landvermessung ja ein so interessantes Thema ist, gibt es relativ wenige Romane, die sich damit beschäftigen. Jules Verne natürlich, in der Reise zum Mittelpunkt der Erde, oder auch in Michael Ondaatjes „Der englische Patient“ geht es um Landvermesser.

Ich habe mir drei herausgesucht, Kafka, Kehlmann und Pynchon. In Kafkas „Das Schloss“ ist K. ein Landvermesser. Es gibt ja kaum einen Autoren, der so intensiv von der Wissenschaft ausgeleuchtet oder vermessen worden ist wie Kafka.

Aber dem Aspekt der Landvermessung schenkt man weniger Beachtung. Dass Kafka das schriftstellerische Handwerk beherrscht und Personal und Setting präzise kalkuliert, wird bei aller psychologischen Ausdeutung häufig unterschlagen.

„Das Dorf lag in tiefem Schnee. Vom Schlossberg war nichts zu sehen. Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloss an.“ So fängt der Roman an und wenn das nicht nach Romantik, nach Gruselromantik klingt, dann weiß ich es nicht.

Ein Schloss ist aber neben den bekannten Interpretationsansätzen vor allem ein hervorragend geeigneter trigonometrischer Punkt, von dem aus man die Zitat „scheinbare Leere“ vermessen und zugänglich machen könnte. Und wie heißt der Graf auf dem Schloss? Ja, Graf Westwest, die astronomischen Koordinaten gibt Kafka gleich mit.

Der Roman ließe sich, wenn Goethes Werther ein Briefroman ist, auch als Verhandlungsroman klassifizieren, als Roman über gescheiterte Verhandlungen. Kafka schreibt an einer Stelle, dass es dem Landvermesser K. vorkommt, als hätten alle Dorfbewohner eine diplomatische Ausbildung erfahren. Und die Frauenfiguren sind hier Unterhändlerinnen, die zwischen dem Landvermesser und dem Schloss vermitteln sollen. Manche von ihnen fungieren sogar als Doppelagentin, die mit den Schlossbediensteten und dem Landvermesser Sex haben. Hier kommt Mata Hari ins Spiel, Doppelagentin vor dem Ersten Weltkrieg.

Wenn der Wiener Kongress 1814/15 als diplomatische Sternstunde gefeiert wird, so ist der Beginn des Ersten Weltkriegs 100 Jahre später auf das Scheitern der Diplomatie zurückzuführen. *

Noch einmal 100 Jahre weiter und wir sind im Jahre 2018. Wie es heute um die internationale Diplomatie bestellt ist, können Sie selbst entscheiden.

Ich sagte es bereits eingangs, dass ich im Essay immer wieder Bezüge quer durch die Zeiten und Themenfelder herstelle. Wenn Sie so wollen, ist das ein typisch romantischer Ansatz. Das ist für mich nicht ganz einfach und für Sie noch weniger, aber wir versuchen es.

Tranchot und von Müffling haben die Rheinlande vermessen, aber nie gemeinsam sondern nacheinander. In den nächsten beiden Romanen geht es um Paare, die sich getroffen und zusammengearbeitet haben, nämlich um Friedrich Gauß, Physiker, Mathematiker und Landvermesser und Alexander von Humboldt in Kehlmanns Roman die Vermessung der Welt. In Thomas Pynchons Roman sind es Mason and Dixon, die tatsächlich gemeinsam in Südafrika und Nordamerika Vermessungen durchgeführt haben.

Pynchons Roman ist auf Deutsch rund 1200 Seiten lang, Kehlmanns 300. Das ist nicht der einzige Unterschied. Ich zitiere Kehlmann: „In Physik unterrichtete sie (damit sind die Humboldt-Brüder gemeint) Marcus Herz, Lieblingsschüler von Immanuel Kant und Ehemann der für ihre Schönheit berühmten Henriette. (…) In Henriettes Salon trafen sich einmal in der Woche gebildete Leute, sprachen über Gott und ihre Gefühle, weinten ein wenig, schrieben einander Briefe und nannten sich selbst die Tugendbündler.“

Was Kehlmann hier Tugenbündler nennt, sind die Romantiker, die Frühromantiker, die sich in Henriette Hertz' Salon treffen, die Humboldt-Brüder, Jean Paul, Brentano, Ludwig Börne und Friedrich Schleiermacher. Auch wenn der Humboldt in Kehlmanns Roman sich nicht gerade schwärmerisch über die Romantiker äußert, im wirklichen Leben unterstützte er nicht nur Romantiker wie Ludwig Tieck, sondern war zumindest in einigen Belangen selber einer.

Und auch von Gauß wissen wir, dass er ein gieriger Leser war, der Romane von Walter Scott und dem Romantiker Jean Paul las, der ja mit bürgerlichem Namen Johann Paul Friedrich Richter hieß und sich wegen seiner Verehrung Jean-Jacques Rousseaus den französischen Namen gab.

Dass es Kehlmann mit der historischen Wahrheit nicht so genau nimmt, kann man als künstlerische Freiheit tolerieren, allerdings meine ich, dass er die Chance, einen großen Roman über zwei ganz große Figuren aus der Zeit der Romantik zu schreiben, ausgelassen hat.

Pynchon hat diesen großen Roman der Vorromantik hinbekommen, für dessen Lektüre ich, wenn ich mich recht erinnere, mehr als ein Jahr gebraucht habe, wogegen Die Vermessung der Welt in ein paar Tagen runtergelesen war. Der Roman ist nicht schlecht, aber auch nicht der große Wurf, der er hätte werden können, und er hat schon gar nicht das Kaliber von Pynchons Mason & Dixon. Ein Roman über Gauß und von Humboldt von ähnlichem Umfang und Kaliber, das muss man ehrlicher Weise konstatieren, wäre sicher nicht so erfolgreich geworden. Insofern, alles richtig gemacht.

Wenn im nächsten Jahr der Rummel um Alexander von Humboldt richtig losgeht, denken Sie vielleicht mal an diesen Vortrag von heute und wenn Sie sich jetzt schon vorbereiten möchten, es gibt die Bücher dazu, eins davon ist dieses: Ein Mythos wird vermessen. Topographie der Rheinlande im Licht der Romantik, mein panoramisch panoptischer Essay.

Ich hätte meinen Essay statt panoramisch panoptisch auch romantisch nennen können, denn er ist der Versuch, sich der Romantik ganzheitlich zu nähern: geographisch und kritisch, historisch und kartographisch, philosophisch und poetisch.

(Das ist der Text meines Vortrags am 11. Oktober 2018 auf dem Podium Rheinland-Pfalz der Verlags-Karrees RLP)

Klaus-Dieter Regenbrecht © by kloy 2018

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