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Alle Rechte vorbehalten © All rights reserved by Klaus-Dieter Regenbrecht 1998 - 20
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Vier Gedichte aus Buch 8


mein supermarkt in koblenz-niederberg

- für allen ginsberg -

erstens brauch ich'ne mack für den wagen
rein, meinen einen kaufen zetteln
beschreibt exakt meine durchlauf von eingang
fon einen einengang zu aussen aussengang
zur kasse rasseling, zum ausgang
k-toffeln, bananen, äbbeln, ssaladd
vk-brot, wust, käs, schwatzen T,
1 kabee (ein kasten bier)
1 kawee (ein kasten wasser)
milich, newspap und raus meistens
ohne gedanken an whitman
shopping for images
auf die idee käm ich nie
oh guter alter ginsberg
madre mia, du bist ja auch schon fast 70!
was für einen supermarkt
hattest du da in kalifornien!
aber einsam bin ich deshalb nicht


schafskälte

dieser frühling
fast schon sommer
bietet alles auf
die säfte steigen grün greift
um sich pollen vernebeln
die sinne explodieren die
vögel zur rechten zeit
wirds kalt aber die lust
läßt nicht nach noch nie
sah ich so viele beschlagene
autoscheiben an den waldwegen
auf meinen biketouren
über dem umgeklappten beifahrersitz
siehst du nur das gesicht des fahrers
der verzweifelt in die falsche
richtung stiert


es ist wie es ist

sage die liebe
sagte erich fried
es ist geiselnahme
durch tschetschenische terroristen
sagt das fernsehgerät
es ist wie es ist
sage die liebe
sagte erich fried
es ist immer noch krieg
in bosnien
zeigt das fernsehgerät
es ist wie es ist
erich fried ist tot
das fernsehgerät ausgeschaltet
und die liebe still
so ist es jetzt


eine vollmondnacht anfang mai 96

eine sitzung in der pizzeria downtown
anfang mai der volle mond hinter wolken
aber die stadt ist trocken und still und leer
und dann kommen die beiden frauen
die treppe hinunter

stufe um stufe so vollkommen in ihrer weiblichkeit
von den silberweiden der wupper und der spree
und ich weiß zu wem sie kommen
ich sitze und trinke und rede und rauche
und denke wo kommen sie her
warum sind sie hier

sie sind hier und sie genügen sich
wie kreise die immer schon geschlossen sind
wie arme die sich ausbreiten
die umschließen
wie zwei pferde die einen pflug ziehen
zwei pferde auf dem feld
und ihr geruch mischt sich mit dem
der frisch aufgeworfenen erde
sie sind beide rot
unterschiedlich gefärbt aber rot

und mir wird klar
dass blut kein geschlecht braucht

Weitere Gedichte!

© by Klaus-Dieter Regenbrecht, Koblenz 2000 - Leseprobe aus "Gedichte"

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